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Geschichte des Fanfarenzuges Strausberg


Am 7.10.1970 wurde der Fanfarenzug gegründet und hat seitdem eine steigende Popularität zu verzeichnen, so dass er sich heute mit einer Mitgliederstärke von 250 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen darstellt.

Eine schöne aber auch vielbeschäftigte Freizeittätigkeit, denn der Fanfarenzug Strausberg erfreut sein Publikum mit ca. 100 Auftritten im Jahr.

Vorbereitungen für Meisterschaften, Einstudieren attraktiver Kürprogramme, Trainingslager und Fahrten bestimmen das Leben im Fanfarenzug Strausberg.

Viele Städte und Länder lernte der Fanfarenzug auf seinen Reisen kennen und hinterließ bei den Mitgliedern wie bei den Zuschauern unvergessliche Erlebnisse.



Von der Gründerzeit bis 1980

Um die Geschichte des Vereins euch ein bißchen näher zu bringen, befragte die Redaktion Max und forschte in den Kroniken vergangner Tage.

Aufgrund der Initiative von 4 Personen ( Kienast, Müller, Schirm, Rost) entstand im Oktober 1970 der Fanfarenzug der V. Polytechnischen Oberschule Strausberg. Damals begann der Verein mit 15 Mitgliedern und steigerte sich bis zum ersten Auftritt am 1.5.1971 auf 30 Mitglieder. Die Auftritte in diesen Jahren bezogen sich meist auf Strausberg, jedoch ging es auch nach Berlin oder im ehemaligen Bezirk Frankfurt/ Oder. Ende 1971 zählte der Verein schon um die 70 Mitglieder. Einst noch aufgetreten in Pionierkleidung, kam 1973 neue Kleidung aus Görlitz.

Das Jahr 1977 spiegelt wahrscheinlich das größte Ereignis in diesem Jahrzehnt wieder. Es fand das 6.Turn - und Sportfest in Leipzig statt, wo 15 Mitglieder unseres Vereins teilnahmen und eine überdimensionale Kür gelaufen sind, insgesamt waren es wohl um die 4500 Teilnehmer.

Redaktion: Max, gab es schon damals FZ-Reisen? Wenn ja, wie sahen sie aus und wohin ging es?

Max: Es gab Trainingslager in Bad Sarow und Brodowien (bei Eberswalde), auch Pioniertrainingslager genannt. Auftrittsreisen wurden meist nach Wernigerode, Görlitz unternommen, man kann diese jedoch kaum mit heutigen Reisen vergleichen, sowie Training- und Auftrittsumfang. Damals fand 1 bis 2 mal Training statt, und 30 Auftritte im Jahr. Es herrschte eine gemütliche Familienatmosphäre, da fast alle auf die gleiche Schule gingen und jeder jeden kannte. Es war nicht schlechter als im heutigen Verein.

Redaktion: Max, heute bist du der Leiter des Fanfarenzuges, welche Stellung oder Aufgabe hattest du zu Beginn des Vereins?

Max: Zu Beginn hatte Dieter Frackowiack sich vorne hingestellt und hat vorgeblasen. Irgendwann kamen dann die ersten Märsche wie ,,Einheit” und ,,Die Katze”. Der Älteste war damals 13 Jahre. Übungsleiter hießen damals Gruppenleiter. Mehrstimmigkeit war damals noch nicht vorhanden. Doch durch die Ausbildung mit dem Fanfarenzug Friedrichshain kam die Mehrstimmigkeit. Sie waren es auch die Strausberg zu Auftritten mitnahmen und heute besteht ein guter Kontakt mit dem Verein, welcher übrigens auch zur 30 Jahr-Feier am 11.11.2000 eingeladen ist. Ich habe mich dann zum Hauptübungsleiter der 2.Stimme hochgearbeitet. In den ersten 10 Jahren hatte Dieter die wichtigste Funktion ( Leiter).

Redaktion: Welche ,,Highlights fallen dir spontan aus diesem Jahrzehnt ein???

Max: Das Beste waren die Trainingslager ( weg von zu Haus, Nachtwanderung...). Es waren viele Sachen die die Entwicklung des Vereins geprägt haben und nicht zusammen zufassen sind. 1977 war das Turn- und Sportfest in Leipzig, wo 15 Mann von uns an der Musikshow und Musikparade teilgenommen haben. Das war ausschlaggebend für heutige Zeiten. Weiterhin fällt mir noch ein, wie wir immer in großen LKW der Armee zu Auftritten gefahren wurden. Heut sind meist schon die Kinder im Verein, wo die Eltern den Verein mit gegründet haben. Die Kinder führen also Traditionen der Eltern fort.

Redaktion: Gibt es noch heute Mitglieder oder Helfer, die schon seit den Anfangszeiten dabeiwaren?

Max: Ja, die bekanntesten sind wahrscheinlich Conny, Uwe und ich selbst. Der Förderverein hat auch noch Mitglieder, die damals aktiv waren und den Verein mit gegründet haben (Mühmels)

Danke an MAX für dieses Interview



1980 bis 1990

Um Euch ein bißchen Geschichte zu vermitteln, haben wir Uwe als Zeitzeugen befragt und hier ist nun das Ergebnis aus der Zeit von 1980-1990.

Uwe, was fällt dir an Erlebnissen ein, die du miterlebt hast?

Die wahrscheinlich größten Ereignisse sind zum Beispiel das Turn- und Sportfest in Leipzig (1983, 1987)

Ausserdem sind wir die erste Show gelaufen, es war die erste Show in Ilmenau, in Coldiz fand dann das Aufstiegsturnier statt, wo wir in die Oberliga der Fanfarenzüge des DTSB eingetreten sind

Wir waren auch durchgehend Bezirksmeister und hatten wechselnde Platzierungen in Wettkämpfen der Sonderklasse

Ich selbst war in dieser Zeit Vorsitzender des Kreisfachausschuß für Spielleutewesen und habe auch neben meiner Lehre einen Fanfarenzug aus Eisenhüttenstadt aufgebaut

Wer war denn in der Zeit Leiter des Vereins?

Erst war es Dieter Frackowiak und ab 1998 kam Max als neuer Leiter

Welche Reisen habt ihr in dieser Zeit unternommen?

Weltreisen, wie sie heute passieren, konnten wir ja nicht machen, jedoch sind wir eigentlich durch die ganze ehemalige DDR gereist (Leipzig, Dessau, Störitzland) und auch nach Polen

Welche Rolle spielte in der damaligen Zeit der Fanfarenzug aus Friedrichshain?

Der Verein hatte einen Aufbaucharakter für den Strausberger FZ, alle Kontakte wurden immer gepflegt und aufrechterhalten

Nach einer bestimmten Zeit ging der Verein ( Friedrichshain) zum ZMK( Zentralmusikchor)

Es galten also immer freundschaftliche Beziehungen bei allen Treffen wie in Leipzig

Wie würdest Du die Beziehung zwischen Potsdam und Strausberg beschreiben?

Es waren sportliche Beziehungen, Potsdam galt als Vorreiter für das Fanfarenwesen und war immer leistungsstark gewesen, Strausberg wollte auch gleiche Möglichkeiten erhalten und dabei aber eigenen Stil beweisen, was uns auch gelungen ist.

Vieles wurde durch Überzeugungsarbeit und Einsicht geschafft, nämlich aus Allem das Beste rauszuhole, nicht mit Druck

Potsdam war auch immer ein potenzieller, sportlicher Gegner gewesen, an dem man sich messen konnte

Ausserdem war Potsdam damals ja auch in einem anderen Bezirk, also eigener Bezirksmeister

Gibt es Erlebnisse und Erfahrungen, die heute wieder angewandt werden könnten?

Den Elan und das Bewußtsein etwas zu erreichen zu können war zu der damaligen Zeit, als wir das Aufstiegsturnier in Coldiz gewonnen hatten, und damit in die Sonderklasse eintraten, genauso zu vergleichen wie den Elan und das Bewußtsein der Leute die aus dem nationalen ins internationale Wettkampfgeschehen eintraten und ein solches Ergebnis erreichten, Weltmeister der Fanfarenzüge 2000 zu sein.

Vielen Dank an Uwe für die vielen Informationen !



1990 bis 2000

Der für uns wichtigste Part der Geschichte. Als die Mauer fiel, hatten viele Vereine mit dem neuen Leben zu kämpfen und viele gingen auf Grund der Wiedervereinigung zu Grunde. Der Fanfarenzug Strausberg überlebte diese harte Zeit, durch geringe Mitgliedsbeiträge und konnten sogar ihre Mitgliederzahl verdoppeln. Wahrscheinlich suchten viele Jugendliche eine Beschäftigung und kamen auch dadurch zum Verein.

Anfängliche Reisen wurden durchgeführt, wie zum Beispiel nach Dortmund oder Hamburg. Die ersten internationalen Reisen ins westliche Ausland führten den Verein nach Spanien und Österreich.

Während der ganzen Zeit entwickelte der Verein seine Showprogramme und wurde 1993 zum ersten Mal nach der Vereinigung Vizemeister bei der deutschen Meisterschaft in Potsdam, was sich bis zum heutigen Tage nicht verändert hat.

Zum 25 jährigen Bestehen des Vereins flog der Verein nach New York und Philadelphia, um dort an verschiedenen Paraden teilzunehmen und die Vereinigten Staaten ein wenig kennenzulernen.

1995 waren um die 200 Mitglieder im Verein.

In den letzten 3 Jahren nahm der Verein eine große Entwicklung zum Positiven. Vermehrt wurden Showauftritte bei internationalen Musikfesten angenommen und auch teilweise erfolgreich bestritten. Zum Beispiel, 1999 wurde der Verein in Alsfeld Sieger in mehreren Kategorien, in Rastede als bester deutscher Teilnehmer 3. Diese beiden Musikfeste waren ausschlaggebend für das große Vorhaben im Jahre 2000. Bei nun mehr 90 bis 100 Auftritten im Jahr bewarben wir uns für die Weltmeisterschaft für Marching Showbands in Calgary / Kanada.

Das Resultat dieser Reise und Teilnahme wurde gekrönt durch den Weltmeistertitel für Fanfaren- und Hörnerzüge.





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